Auswertung der Arztberichte
Meine Messwerte seit 2021 und was meine Neurologin im Mai 2026 zu meinen Therapien schreibt.
Stand: Oktober 2026
Meine Messwerte 2021 bis 2026
Seit Januar 2021 messe ich meine Beweglichkeit regelmäßig selbst, mit einfachen Tests für die Hände, seit September 2022 außerdem meinen Tremor mit dem Tremipen. Dazu kommen die Messungen meiner Neurologen. Ich zeige hier alle Werte, auch die, die nicht so gut aussehen. Die Diagramme zeigen Vierteljahresmittel aus vielen Einzelmessungen.

MDS-UPDRS Teil III: 18 Punkte (2021), 14 (2024), 15 (2025). Der durchschnittliche Verlauf laut Studien, meist unter Medikamenten, steigt um 2 bis 3 Punkte pro Jahr. Mein Wert liegt 2025 um 11 bis 15 Punkte darunter.

20-mal Hand drehen: Ich drehe die Hand zwanzigmal so schnell wie möglich und stoppe die Zeit. Die linke Hand, die von Anfang an betroffen ist, wurde bis 2023 deutlich schneller, danach bis Anfang 2025 wieder langsamer und liegt seitdem etwa auf dem Stand von 2021. Die rechte Hand ist viel besser als 2021, im zweiten Quartal 2026 aber spürbar langsamer geworden.

Fingertippen: Die linke Hand hat sich über die Jahre fast durchgehend verbessert. Die rechte Hand wurde Ende 2021 sprunghaft besser, wird seit 2024 allmählich wieder etwas langsamer, liegt aber immer noch klar unter dem Wert von 2021.


Tremipen: Der Tremipen ist ein kleines Messgerät in Form eines Stiftes. Er misst, wie stark meine Hand zittert, in Ruhe und ausgestreckt. Grob entsprechen bis etwa 16 mG „kein Tremor“, 16 bis 41 mG „angedeutetes Zittern“, 41 bis 129 mG „leichtes Zittern“. Alle meine Vierteljahresmittel liegen in den Stufen „kein Tremor“ oder „angedeutet“. Der Ruhetremor links lag von 2024 bis Ende 2025 stabil bei 13 bis 15 mG. Seit Anfang 2026 steigt er von Quartal zu Quartal, zuletzt auf rund 20 mG.
Selbstmessungen sind keine wissenschaftlichen Messungen. Tagesform, Uhrzeit, Stress und Temperatur spielen eine große Rolle. Über Jahre und viele hundert Messungen zeigen sie mir aber, wo ich stehe. Die Werte für 2026 reichen bis zum 20. September.
Was meine Neurologin im Mai 2026 schreibt
Ich bin seit Januar 2021 Patient bei Dr. Gisela de Abos y Padilla, Fachärztin für Neurologie in Mannheim. Sie begleitet meinen Weg kritisch und trotzdem unterstützend. Am 25. Mai 2026 hat sie meinen Verlauf zusammengefasst und zu meinen Therapien Stellung genommen:
- Gesamturteil: „Zusammenfassend milder Verlauf ohne Progress seit 2021 ohne dopaminerge Medikation.“ Ob das an meinen Therapien liegt oder an einem natürlich günstigen Verlauf, lässt sich für den Einzelfall nicht mit Sicherheit sagen. Das respektiere ich.
- Doxycyclin: hat sie mir in niedriger Dosis wegen einer leichten Rosazea verschrieben.
- Fexofenadin: Als zugelassenes, bewährtes und gut verträgliches Medikament könne eine Behandlung „durchaus empfohlen werden“.
- Lithium: Der Spiegel war, wie bei meiner Dosis zu erwarten, unauffällig. Die Studienlage bei Parkinson ist noch nicht eindeutig.
- N-Acetyl-L-Leucin: Für Menschen mit bereits ausgebrochenem Parkinson fehlen die Belege noch. Die eindrucksvollen Fälle betrafen das Vorstadium.
- Psilocybin: nur ab und zu, nicht täglich, und auf keinen Fall zusammen mit 5-HTP.
- Allgemein: Vitamin B6 kann in hoher Dosis die Nerven schädigen. Die MIND-Diät hat in Studien zur Vorbeugung am besten abgeschnitten. Bewegung bleibt die wichtigste Einzelmaßnahme. Für die Dokumentation meines Tremors hat sie mir eine App mit Smartwatch verordnet.
Sie redet mir nicht nach dem Mund. Sie weist auf Risiken hin, nennt Wissenslücken und korrigiert mich, wo nötig. Genau so eine Begleitung wünsche ich jedem.