Mikrobiomtransfer

Stuhltransplantation von einem gesunden Spender. Für mich einer der drei wichtigsten Bausteine.

Stand: Oktober 2026

Was ist das?

Beim Mikrobiomtransfer, auch Stuhltransplantation oder kurz FMT genannt, wird aufbereiteter Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm des Patienten übertragen, zum Beispiel per Einlauf, bei einer Darmspiegelung, über eine Sonde oder als Kapsel. Ziel ist es, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Zugelassen ist das Verfahren bisher nur bei wiederkehrenden Infektionen mit Clostridium difficile, mit Heilungsraten von über 80 Prozent.

Warum der Darm bei Parkinson wichtig ist

Viele Forscher gehen davon aus, dass Parkinson bei einem Teil der Patienten im Darm beginnt („body first“). Das krankhafte Alpha-Synuclein entsteht demnach zuerst im Darm und wandert über den Vagusnerv ins Gehirn. Eine Studie des Karolinska-Instituts (2017) fand, dass Menschen nach einer Durchtrennung des Vagusnervs seltener an Parkinson erkranken.

Bei Parkinson ist die Darmflora häufig verändert:

Was sagt die Forschung?

Die Lage ist gemischt, aber vielversprechend:

Die Behandlung gilt als sicher und gut verträglich. Für eine Standardbehandlung reichen die Ergebnisse noch nicht. Möglicherweise sind die Art der Übertragung und die Zahl der Wiederholungen entscheidend.

Meine Erfahrung

Ich hatte bisher vier Mikrobiomtransfers:

  1. 12. November 2021, Leipzig: Einlauf mit 200 ml von einem jungen, gesunden Spender. Der Arzt riet mir außerdem, glutenhaltige Nahrung zu meiden, und ich habe meine Ernährung weitgehend umgestellt. Anfang 2022 hatte sich meine Darmflora deutlich verbessert.
  2. 19. September bis 10. Oktober 2022, IPPM-Klinik in der Slowakei: zehn kleinere Einläufe mit je 20 ml. Auch danach war der Befund deutlich besser.
  3. 18. Juni 2024, Thüringen-Kliniken Saalfeld: 350 ml bei Prof. Dr. Peter C. Konturek, nachdem mein Befund Anfang 2024 wieder etwas schlechter geworden war.
  4. 4. bis 20. Mai 2026, Institut IM3 in Wuppertal: zum ersten Mal als Kapseln mit gefriergetrocknetem Spenderstuhl, in drei Gaben mit 50, 30 und 20 Kapseln im Abstand von einer Woche.

Nebenwirkungen hatte ich nie. Nach dem ersten Transfer spürte ich, dass es noch einmal einen Schritt nach vorne ging. Meine Stuhlbefunde sind seitdem gut.

Meine Werte (März 2026)

Ich lasse mein Darmmikrobiom regelmäßig bei medivere untersuchen. Alle Befunde findest du unter Mikrobiom-Untersuchungen.

Ein Mikrobiologe schrieb mir dazu: Bei den meisten Parkinson-Patienten seien die Buttersäurebildner vermindert, bei mir seien sie sogar stark vertreten. „Aus mikrobiologischer Sicht würde ich sagen: Sieht gut aus.“

Aufwand und Kosten

Eine Behandlung kostet rund 1.000 Euro. Private Krankenversicherungen übernehmen das teilweise. In Deutschland bieten nur wenige Ärzte den Mikrobiomtransfer bei Parkinson an, manche lehnen ihn ab, weil er dafür nicht zugelassen ist. Wichtig ist, dass der Spender gründlich auf Krankheitserreger untersucht wird. Eine Stuhltransplantation in Eigenregie ist gefährlich und kommt auf keinen Fall in Frage.

Mein Fazit

Der Mikrobiomtransfer gehört für mich zu den drei wichtigsten Bausteinen, zusammen mit Sport und TPS. Wer darüber nachdenkt, sollte sich an einen erfahrenen Arzt wenden und vorher den eigenen Darm untersuchen lassen.