Forschung 2026

Die wichtigsten Entwicklungen des Jahres: erste Zelltherapie zugelassen, ein neues Medikament in den USA, eine Impfung in Erprobung und einige Rückschläge.

Stand: Oktober 2026

2026 ist für die Parkinson-Forschung ein Schlüsseljahr. Viele wichtige Ergebnisse und Entscheidungen fielen in diesem Jahr, gute und enttäuschende. Hier mein Überblick, Stand Oktober 2026.

Die guten Nachrichten

Neue Nervenzellen aus Stammzellen: in Japan zugelassen

Für mich die aufregendste Entwicklung. Forscher züchten aus Stammzellen Vorläufer von Dopamin-Nervenzellen und pflanzen sie direkt ins Gehirn, genau dort, wo das Dopamin fehlt. Im April 2025 zeigte die Universität Kyoto in Nature, dass die Transplantation sicher war, die Zellen überlebten, Dopamin bildeten und sich bei mehreren Patienten die Motorik besserte. Im März 2026 hat Japan als erstes Land der Welt eine solche Zelltherapie zugelassen, unter dem Namen Amchepry, zunächst befristet und unter Auflagen, für Patienten, bei denen die Medikamente nicht mehr ausreichend wirken.

Mit Bemdaneprocel der Firma BlueRock läuft außerdem eine entscheidende Phase-3-Studie. Die erste kleine Studie mit zwölf Patienten zeigt inzwischen über drei Jahre eine gute Sicherheit und Hinweise auf weniger Phasen schlechter Beweglichkeit. Für Menschen im frühen Stadium wie mich ist das noch nicht gedacht. Aber zum ersten Mal gibt es eine Therapie, die verlorene Nervenzellen ersetzt.

Tavapadon in den USA zugelassen

Am 28. September 2026 hat die FDA Tavapadon von AbbVie unter dem Namen Juvmo zugelassen: eine Tablette einmal am Tag, die gezielt nur an den D1- und D5-Rezeptoren ansetzt und dadurch weniger Nebenwirkungen haben soll. Tavapadon lindert die Symptome, hält die Krankheit aber nicht auf. In Europa steht eine Zulassung noch aus. Mehr unter Tavapadon.

Die Impfung gegen Parkinson: gut verträglich

Die Schweizer Firma AC Immune testet mit ACI-7104 (Studie VacSYn) eine Impfung, die das Immunsystem selbst Antikörper gegen verklumptes Alpha-Synuclein bilden lässt. Im September 2026 meldete die Firma nach 100 Wochen: Die Impfung war bei den 34 Teilnehmern gut verträglich, und alle Geimpften bildeten Antikörper, die auch im Nervenwasser ankamen. Ob sie die Krankheit bremst, ist noch offen, dafür war dieser erste Teil nicht ausgelegt. Ein größerer zweiter Teil ist in Vorbereitung. Ich finde diesen Ansatz faszinierend.

Buntanetap: mein Favorit unter den neuen Wirkstoffen

Buntanetap von Annovis Bio ist eine Tablette, die die Bildung gleich mehrerer giftiger Eiweiße bremsen soll: Alpha-Synuclein, Beta-Amyloid, Tau und TDP-43. In einer Phase-3-Studie mit rund 470 Patienten im frühen Stadium berichtete die Firma über Verbesserungen bei Motorik und geistigen Fähigkeiten. Eine unabhängige Bestätigung steht aus. Seit Januar 2026 läuft eine Anschlussstudie mit rund 500 Patienten über drei Jahre, parallel eine Phase-3-Studie bei Alzheimer. Einen Zulassungsantrag plant die Firma ab 2027.

Früherkennung

Das verklumpte Alpha-Synuclein lässt sich inzwischen in Nervenwasser, Haut oder Blut nachweisen, oft Jahre vor den ersten Symptomen. Das ist wichtig, weil neue Therapien vermutlich umso besser wirken, je früher sie beginnen.

Die Rückschläge

Was noch läuft

Neue Technik

Fokussierter Ultraschall darf in den USA seit 2025 auch auf beiden Seiten nacheinander angewendet werden. Bei der Tiefen Hirnstimulation gibt es eine adaptive Variante, die sich an die aktuellen Hirnsignale anpasst. Mehr unter Fokussierter Ultraschall.

Mein Fazit

Ein Mittel, das Parkinson nachweislich stoppt, gibt es bis heute nicht. Aber noch nie gab es so viele ernsthafte Ansätze gleichzeitig. Ich hoffe, dass einer davon rechtzeitig kommt.