Lithium
Ein Spurenelement, das in niedriger Dosis die Nervenzellen schützen könnte. Ich nehme es seit 2024.
Stand: Oktober 2026
Was ist das?
Lithium ist ein Spurenelement, das in kleinen Mengen natürlich im Trinkwasser und in Lebensmitteln vorkommt. In hoher Dosis ist es seit 1949 ein Medikament gegen bipolare Störungen. Bei Parkinson und Alzheimer interessieren sich Forscher für sehr niedrige Dosen. Als Nahrungsergänzung wird meist Lithiumorotat verwendet.
Was sagt die Forschung?
Lithium greift an mehreren Stellen an, die bei Parkinson eine Rolle spielen: Es hemmt das Enzym GSK-3β, das an Entzündungen und am Absterben von Nervenzellen beteiligt ist, steigert den Wachstumsfaktor BDNF, stabilisiert die Mitochondrien und fördert die Selbstreinigung der Zellen (Autophagie).
- 2025, Alzheimer: Die Harvard Medical School fand in Nature bei Menschen mit Alzheimer deutlich weniger Lithium im Gehirn. Bei Mäusen machte Lithiumorotat in sehr niedriger Dosis die typischen Veränderungen rückgängig. Die Forscher warnen aber davor, Lithium auf eigene Faust zu nehmen, solange Studien am Menschen fehlen.
- Parkinson, Universität Buffalo: Eine Pilotstudie mit 16 Patienten (2023) zeigte, dass Lithium ein Schutzeiweiß für Dopamin-Nervenzellen im Blut erhöhen kann. In einer Folgestudie bekamen 15 Patienten im frühen Stadium 24 Wochen lang Lithium. Die gemeinsame Auswertung 2026 mit 28 Patienten ergab: Bei den höchsten Lithiumspiegeln sank das Neurofilament, ein Marker für den Zerfall von Nervenzellen, im Mittel um knapp 13 Prozent. Es gab aber keine Placebogruppe.
- Laufende Studie: Die Studie NCT06339034 untersucht 20 mg Lithium täglich gegen Placebo bei 20 Patienten im Frühstadium, mit modernen Biomarkern wie MRT und Neurofilament. Der Abschluss war für das erste Halbjahr 2026 geplant. Die Ergebnisse trage ich hier nach, sobald sie veröffentlicht sind.
Belege für eine Wirkung auf die Symptome oder den Verlauf gibt es bisher nicht.
Meine Erfahrung
Ende August 2024 habe ich mit Lithiumorotat in niedriger Dosis begonnen, zunächst 5 mg, und die Menge über die Zeit gesteigert. Inzwischen nehme ich täglich eine Kapsel mit 20 mg elementarem Lithium (laut Hersteller rund 577 mg Lithiumorotat). Das ist deutlich mehr als die Mikrodosis von etwa 1 mg, die oft für Gesunde genannt wird, aber weit unter den Dosen bei bipolaren Störungen.
Gerade deshalb lasse ich regelmäßig meine Blutwerte kontrollieren, vor allem Nieren und Schilddrüse. Bisher ist alles unauffällig. Mein Lithiumspiegel im Vollblut lag am 7. Oktober 2025 bei 88,8 µg/l (damals 5 mg am Tag), der präventivmedizinische Bereich wird mit 25 bis 350 µg/l angegeben. Auch der Wert von 2026 war unauffällig.
Seit der Einnahme fühle ich mich entspannter. Eine direkte Wirkung auf meine Symptome habe ich nicht bemerkt. Ich nehme Lithium vor allem wegen seiner möglichen schützenden Wirkung auf das Gehirn.
Pionierarbeit leistet hier der Arzt Dr. Michael Nehls, unter anderem mit seinem Buch „Das Lithium-Komplott“. Auf seiner Homepage erklärt er die Hintergründe.
Lithium im Mineralwasser
Lithium lässt sich auch über Mineralwasser aufnehmen. Einige Sorten mit hohem Gehalt (mg pro Liter):
- Bad Mergentheimer Albertquelle: 13,0
- Staatliches Bad Kissinger Rakoczy: 5,0
- Bad Mergentheimer Karlsquelle: 4,9
- Rogaska Heilwasser: 3,3
- Hirschquelle: 1,3 (oft bei Rewe)
- Bad Vilbeler Römerbrunnen: 1,2
Lithiumspiegel messen
Gemessen wird mit dem Verfahren ICP-MS im EDTA-Vollblut, zum Beispiel bei biovis, beim IMD Berlin (auch als Selbstzahler-Test) oder beim Medizinischen Labor Bremen.
Aufwand und Kosten
Lithiumorotat ist günstig. Achte auf die Angabe auf der Packung: Manche Hersteller nennen das elementare Lithium, andere das Lithiumorotat. Als Faustregel enthalten 100 mg Lithiumorotat nur rund 3,5 mg elementares Lithium. Eine Kapsel mit „5 mg Lithium“ enthält also etwa 143 mg Lithiumorotat. In Deutschland gibt es Lithium in dieser Form nur auf Rezept aus der Apotheke, zum Beispiel nach Dr. Nehls.
Wichtig: In höherer Dosis kann Lithium Nieren und Schilddrüse schädigen und mit anderen Medikamenten gefährlich zusammenwirken, zum Beispiel mit manchen Blutdruck- und Schmerzmitteln.
Mein Fazit
Lithium ist für mich ein spannender Baustein mit Blick auf die Zukunft, die Forschung am Menschen steht aber noch am Anfang. Nimm es nur in Absprache mit einem Arzt, der sich mit niedrig dosiertem Lithium auskennt, und lass deine Blutwerte regelmäßig kontrollieren.