Johanniskraut

Bewährtes Pflanzenmittel bei leichten Depressionen. Bei Parkinson schützte es im Tierversuch Nervenzellen, hat aber ernste Wechselwirkungen.

Stand: Oktober 2026

Blühendes Johanniskraut
Bild: Cbaile19, CC0, Wikimedia Commons

Was ist das?

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine gelb blühende Heilpflanze. Wichtige Inhaltsstoffe sind Hyperforin und Hypericin. In Deutschland sind Johanniskraut-Extrakte als pflanzliche Arzneimittel bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden zugelassen. Depressionen sind bei Parkinson häufig, deshalb ist das Mittel für viele Betroffene ein Thema.

Was sagt die Forschung?

Wechselwirkungen: unbedingt beachten

Johanniskraut ist kein harmloses Nahrungsergänzungsmittel. Es regt in Leber und Darm Enzyme und Transporter an, die Medikamente abbauen. Dadurch können viele Mittel schwächer wirken, zum Beispiel Blutverdünner, die Pille, Herzmedikamente und Mittel nach einer Organtransplantation. Zusammen mit Antidepressiva droht ein gefährliches Serotonin-Syndrom. Außerdem macht es die Haut lichtempfindlicher.

Besonders wichtig bei Parkinson: In der Fachinformation des MAO-B-Hemmers Rasagilin (Azilect) ist die gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut ausdrücklich verboten (Fachinformation Azilect). Wer Selegilin oder andere Parkinson-Medikamente nimmt, sollte Johanniskraut nur nach Rücksprache mit dem Neurologen nehmen.

Meine Erfahrung

Johanniskraut nehme ich nicht. Weil ich keine Parkinson-Medikamente nehme, wäre die Wechselwirkung mit Rasagilin für mich zwar kein Thema. Für die meisten Parkinson-Patienten aber schon.

Mein Fazit

Die Tierversuche sind interessant, aber als Schutz für die Dopamin-Nervenzellen würde ich Johanniskraut heute nicht empfehlen: Der Nachweis beim Menschen fehlt, und die Wechselwirkungen sind erheblich. Sinnvoll sein kann es bei einer leichten Depression, dann aber in Absprache mit dem Arzt.