TPS Neurolith
Schallimpulse durch die Schädeldecke, einmal im Monat. Seit 2021 einer meiner drei wichtigsten Bausteine.
Stand: Oktober 2026
Was ist das?
Bei der Transkraniellen Pulsstimulation (TPS) werden kurze Schallimpulse, sogenannte Stoßwellen, durch die Schädeldecke gezielt in bestimmte Hirnregionen geleitet. Man sitzt entspannt auf einem Stuhl, während der Arzt ein Handstück über den Kopf führt. Es gibt keinen Schnitt, keine Narkose und keine Medikamente.
Das Gerät heißt NEUROLITH und stammt von der Schweizer Firma Storz Medical. Zugelassen ist es seit 2018 für Alzheimer, bei Parkinson wird es außerhalb dieser Zulassung eingesetzt. Pionier bei Parkinson war Dr. Lohse-Busch, der als erster Arzt Stoßwellen bei Parkinson einsetzte.
Die Stoßwellen sollen die Neuroplastizität anregen, also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden. Im Labor und bei Alzheimer-Patienten wurden neue Blutgefäße, reaktivierte Nervenzellen und eine Zunahme der Hirnrinde beobachtet.
Was sagt die Forschung?
Für Parkinson ist die Forschung noch jung:
- Wien, 2023/2024: Das Team um Prof. Roland Beisteiner wertete die Behandlung von 20 Patienten rückblickend aus und fand eine deutliche Verbesserung der Motorik (Journal of Neurology).
- Harvard Medical School, 2025: 14 Patienten bekamen zwölf Sitzungen in vier Wochen. Der UPDRS Teil III verbesserte sich im Schnitt um knapp fünf Punkte, auch Denken, Stimmung und Lebensqualität besserten sich, und der Effekt hielt einen Monat nach Ende an (Journal of Neurology 2026). Eine Kontrollgruppe gab es nicht.
- Wien, mit Scheinbehandlung: 30 Patienten mit leichtem Parkinson bekamen sowohl eine echte als auch eine Scheinbehandlung. Die Feinmotorik der Hände verbesserte sich nach der echten deutlich stärker, im MRT zeigten sich Veränderungen in den behandelten Regionen. Die allgemeine Motorik besserte sich aber nach beiden ähnlich. Das zeigt, wie groß der Placeboeffekt sein kann.
- Triest, 2026: Eine italienische Studie bestätigte TPS als sichere Zusatzbehandlung, unter anderem beim Ruhetremor.
- Umfrage unter Ärzten: Rund 80 Prozent der behandelten Patienten profitierten, bei manchen wirkt es aber gar nicht.
Zusammengefasst: Es gibt ernstzunehmende Hinweise, vor allem für die Feinmotorik. Größere kontrollierte Studien fehlen noch.
Meine Erfahrung
Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2021 bekam ich meine ersten sechs Behandlungen. Seit November 2021 gehe ich einmal im Monat zur Auffrischung, seit Oktober 2022 in die Praxis von Dr. de Abos y Padilla in Mannheim (Neurostimulation Mannheim). Nebenwirkungen hatte ich bisher keine.
Im Herbst 2021, als ich gleichzeitig mit TPS, PDCare, dem Vielight-Helm und Homöopathie begann, kam die entscheidende Wende. Welchen Anteil die TPS daran hatte, kann ich nicht sagen. Für mich gehört sie zu den drei wichtigsten Bausteinen.
Aufwand und Kosten
Man beginnt in der Regel mit sechs Sitzungen innerhalb von zwei Wochen, vorher braucht man ein MRT des Kopfes. Der Einstieg kostet damit rund 3.500 bis 4.000 Euro, danach jede Auffrischung rund 450 Euro. Meine private Krankenversicherung übernimmt einen großen Teil, gesetzliche Kassen zahlen in der Regel nicht. Weltweit gibt es über 90 Behandlungszentren, etwa 40 davon in Deutschland (tps-neuro.com).
Berichte von Dr. Lohse-Busch
- TPS bei Parkinson, Dr. Lohse-Busch (deutsch, PDF)
- TPS in Parkinson's, Dr. Lohse-Busch (englisch, PDF)
Mein Fazit
Die TPS ist seit fünf Jahren ein fester Baustein meines Weges, auf den ich nicht verzichten möchte. Ihre Wirkung bei Parkinson ist aber noch nicht endgültig belegt und nicht bei allen gleich gut. Lass dich von einem erfahrenen Arzt beraten.