Sport und Bewegung
Mein wichtigstes „Medikament“. Bei keiner anderen Methode ist die Studienlage so eindeutig.
Stand: Oktober 2026

Wenn ich nur eine einzige Empfehlung geben dürfte, wäre es diese: Beweg dich, jeden Tag. Sport steht bei mir nach sechs Jahren an erster Stelle aller Methoden.
Was sagt die Forschung?
Für keine andere Methode auf dieser Homepage ist die Studienlage so gut. Die Cochrane Collaboration, die medizinische Studien unabhängig auswertet, hat 2024 rund 150 kontrollierte Studien mit fast 8.000 Teilnehmern zusammengefasst. Fast alle Formen von Bewegung verbessern die motorischen Symptome spürbar: Tanzen, Gang- und Gleichgewichtstraining, Kraft- und Ausdauertraining, Yoga und Tai-Chi. Keine Sportart war den anderen klar überlegen. Am besten ist also das Training, das einem Freude macht, weil man es dann durchhält.
Ob Sport das Fortschreiten von Parkinson selbst bremst, ist noch nicht endgültig bewiesen. Das untersucht gerade die große amerikanische Studie SPARX3 mit rund 370 frisch diagnostizierten Patienten ohne Parkinson-Medikamente. Sie trainieren 18 Monate lang viermal pro Woche auf dem Laufband, entweder mit mittlerer oder mit hoher Intensität. Ergebnisse werden um 2029 erwartet (Stanford).
Beim Sport bildet der Körper außerdem das Hormon Irisin, das in Laborstudien die Nervenzellen geschützt hat.
Neu (2026): In einer chinesischen Studie mit 45 Patienten wirkten Tai-Chi und Krafttraining über 14 Wochen beide besser als keine Übungen. Tai-Chi half besonders beim Gleichgewicht und der Bewegungssteuerung, Krafttraining bei Kraft und Fitness (Behavioural Brain Research). Genau deshalb kombiniere ich beides.
Neu (Oktober 2026): Eine amerikanische Studie hat 294 Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Parkinson bis zu sieben Jahre lang begleitet. Wer nach eigenen Angaben mehr als acht Stunden pro Woche körperlich aktiv war, verschlechterte sich bei Beweglichkeit und Denkleistung langsamer als Menschen mit höchstens vier Stunden, auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Krankheitsdauer (American Academy of Neurology). Das ist allerdings eine Beobachtungsstudie: Sie zeigt einen Zusammenhang, beweist aber nicht, dass der Sport die Ursache ist. Für mich ist es trotzdem ein guter Grund, dranzubleiben.
Was ich mache
Seit Sommer 2021 trainiere ich deutlich intensiver. Jeden Tag bin ich mindestens 30 bis 60 Minuten aktiv, oft länger, und fast täglich gehe ich spazieren, mindestens jeden zweiten Tag 2,6 Kilometer zügig durch den Luisenpark. Inzwischen schaffe ich acht Kilometer am Stück. Mein Rekord sind 12,5 Kilometer an einem Tag, gelaufen bei einem Städtetrip in Oslo im August 2026.
- Krafttraining: zweimal pro Woche, dienstags und sonntags, je etwa 1,5 Stunden
- Kettlebell: samstags etwa eine Stunde
- Yoga, Qigong und Rückentraining: mittwochs zusammen etwa eine Stunde, nach Videos auf YouTube. Qigong kann ich jedem empfehlen.
- Fahrrad: einmal pro Woche etwa zwei Stunden durch den Wald, aber nur, wenn es warm genug ist, also ab etwa 12 bis 13 Grad
- Boxen und Tischtennis mit der VR-Brille: bewusst mit meiner schlechteren linken Hand
- Smovey-Ringe: für Arme und Koordination
- Atemübungen und Eisbaden: mehr dazu unter Schlaf und Sauna
Meine Videos zum Mitmachen
Diese Videos nutze ich selbst:
Was es mir bringt
Sport verbessert meine Beweglichkeit, meine Stimmung und meine Lebensqualität. Wenn ich einige Tage nicht trainiere, merke ich den Unterschied.
Aufwand und Kosten
Der Aufwand ist Zeit und Disziplin, jeden Tag. Die Kosten sind gering: Gute Übungsprogramme gibt es kostenlos im Internet, für den Anfang reicht eine große, bequeme Matte. Physiotherapie kann bei Parkinson auch der Arzt verschreiben. Ich finde es aber besser, selbst aktiv zu werden.