Was meine Neurologin wirklich denkt — Arztbrief vom 25. Mai 2026
Tom Parkinson | www.TomParkinson.de | Juni 2026
Ich bin jetzt seit über fünf Jahren Patient bei Dr. Gisela de Abos y Padilla, Fachärztin für Neurologie in Mannheim.
Sie begleitet mich seit meiner Erstvorstellung im Januar 2021 — und sie ist eine der Ärztinnen, die meinen Weg von Anfang an kennt, kritisch begleitet und trotzdem unterstützt.
Am 25. Mai 2026 hat sie einen ausführlichen Arztbrief verfasst, in dem sie meinen bisherigen Verlauf zusammenfasst und zu einer langen Liste meiner aktuellen Therapien Stellung nimmt.
Was sie schreibt, ist ehrlich, differenziert und an einigen Stellen sehr aufschlussreich — auch für andere Betroffene.
Ich fasse die wichtigsten Punkte hier zusammen.
Ihr Gesamturteil nach 5,5 Jahren
Dr. de Abos y Padilla schreibt wörtlich:
"Zusammenfassend milder Verlauf ohne Progress seit 2021 ohne dopaminerge Medikation."
Das klingt nüchtern, ist aber medizinisch außergewöhnlich.
Sie fügt hinzu, dass der sehr milde Verlauf aus ihrer langjährigen klinischen Erfahrung als "ungewöhnlich günstig" einzuschätzen ist.
Ob das an meinen Therapien liegt oder an einem natürlich günstigen Verlauf, lässt sich für den Einzelfall leider nicht mit Sicherheit sagen — das ist wissenschaftlich korrekt und ich respektiere diese Ehrlichkeit. Ich selbst bin überzeugt, dass mein multimodaler Ansatz einen Unterschied macht.
Den Beweis kann ich nicht liefern. Aber ich mache weiter.
Doxycyclin — das Antibiotikum, das keins mehr ist
Das fand ich am überraschendsten: Dr. de Abos y Padilla hat mir Doxycyclin in niedriger Dosierung (40 mg täglich, spezielle Galenik) verschrieben — aber nicht als Antibiotikum, sondern wegen meiner leichten Rosazea.
Warum ist das für Parkinson interessant?
Weil eine große dänische Kohortenstudie mit über fünf Millionen Menschen zeigt, dass Rosazea ein unabhängiger Risikofaktor für Parkinson ist — und dass die Behandlung mit Tetracyclin mit einem reduzierten Parkinson-Risiko verbunden war.
Dazu kommt:
Doxycyclin kann laut aktueller Forschung fehlgefaltetes Alpha-Synuclein in nicht-toxische Aggregate umwandeln, die prionenartige Ausbreitung im Gehirn bremsen, die Neuroinflammation reduzieren und die Blut-Hirn-Schranke stabilisieren.
Derzeit läuft eine Phase-II-Studie, die Doxycyclin gezielt bei Parkinson testet — auch in Kombination mit Ambroxol.
👉 Mehr zu Doxycyclin und der Rosazea-Parkinson-Verbindung findest du hier: www.tomparkinson.de/doxycyclin
Kein Alkohol, keine Milchprodukte, kein Grapefruitsaft bei der Einnahme.
Fexofenadin — ein Allergiemittel gegen Parkinson?
Fexofenadin habe ich im Internet entdeck, basierend auf einer südkoreanischen Studie mit 380.000 Parkinson-Patienten.
Das Ergebnis: Patienten, die Fexofenadin (ein bekanntes Antihistaminikum) einnahmen, zeigten einen verlangsamteren Krankheitsfortschritt und einen stabileren Levodopa-Bedarf.
Tierversuche der gleichen Forschungsgruppe zeigten, warum: Fexofenadin reduziert die Alpha-Synuclein-Aggregation, stabilisiert die Blut-Hirn-Schranke und blockiert die T-Zell-Infiltration ins Gehirn.
Dr. de Abos y Padilla kommentiert: "Da es sich beim Fexofenadin um ein zugelassenes, in der Dauertherapie bei Allergien bewährtes und gut verträgliches Medikament handelt, kann eine Behandlung durchaus empfohlen werden."
Ich habe Fexofenadin bereits gekauft und in mein Protokoll aufgenommen.
👉 Ausführliche Infos zur koreanischen Fexofenadin-Studie und meiner Erfahrung: www.tomparkinson.de/fexofenadin
Lithium Orotat 20 mg — ambivalente Studienlage, trotzdem sinnvoll?
Ich nehme täglich 20 mg Lithium Orotat. Der Spiegel wurde gemessen und war — wie bei dieser niedrigen Dosierung zu erwarten — unauffällig. Regelmäßige Kontrollen sind bei dieser Dosis laut Dr. de Abos y Padilla nicht erforderlich.
Zur Studienlage ist sie offen:
Die Evidenz für Lithium bei Parkinson ist noch nicht eindeutig.
Interessant ist eine Studie, die im September 2025 in Nature von der Harvard University erschienen ist: Bei Mäusen mit weniger Lithium in der Nahrung stiegen die für Alzheimer typischen Abbauprodukte (Amyloid-Beta).
Lithiumorotat wird darin als möglicher Ansatz zur Prävention früher neurodegenerativer Prozesse diskutiert.
👉 Warum ich mich für Lithium entschieden habe und welche Dosierung ich nehme: www.tomparkinson.de/lithium
Tanganil (N-Acetyl-L-Leucin) — ehrliche Bilanz
Ich nehme seit Herbst 2024 täglich 2,5 g N-Acetyl-L-Leucin.
Ich merke keinen spürbaren Unterschied.
Ihre Einschätzung: Die wissenschaftliche Evidenz für manifest erkrankte Parkinson-Patienten fehlt noch.
Die beeindruckenden Fälle, bei denen sich sogar der DAT-Scan verbesserte, betrafen Patienten im prodromalen Stadium.
Prof. Strupp hat auf dem DGN-Kongress 2024 eine Zieldosis von 4,5 g täglich empfohlen.
👉 Mehr zu N-Acetyl-L-Leucin und der Frage Tanganil vs. Aqneursa: www.tomparkinson.de/acetyl-leucin
Psilocybin — die Neurologin weiß es und akzeptiert es
Ja, ich nehme Psilocybin in kleiner Dosierung, nach eigenem Protokoll. Dr. de Abos y Padilla kennt das und hält es für vertretbar, weist aber ausdrücklich auf ein wichtiges Risiko hin:
Psilocybin darf NICHT gleichzeitig mit 5-HTP eingenommen werden. Das Risiko eines Serotoninsyndroms ist real. Sie empfiehlt außerdem eine intermittierende statt tägliche Einnahme.
👉 Mehr über Psilocybin, Neuroplastizität und mein Protokoll: www.tomparkinson.de/psilocybin
Mikrobiom, Butyrat und die Bochumer Studie
Ich habe am 5. Mai 2026 meinen vierten Mikrobiomtransfer erhalten — diesmal oral als Kapseln. Dr. de Abos y Padilla meint, dass mein Mikrobiom durch die vorherigen Transplantationen und meinen Ernährungsstil bereits recht gut in Form ist.
Sehr interessant ist die Bochumer Studie: 71 Parkinson-Patienten erhielten über 6 Monate Butyrat und Propionat.
Der UPDRS-Score verbesserte sich im Mittel um 22 Punkte, der Levodopa-Bedarf sank um 192 mg. Ich nehme Natrium-Butyrat bereits täglich.
👉 Alles zu meinen Mikrobiomtransfers und der Darm-Hirn-Achse: www.tomparkinson.de/mikrobiom
Was sie noch sagt — und was ich daraus mitnehme
Vitamin B6 kann in hoher Dosierung neurotoxisch wirken — ich überprüfe meine Dosierungen.
Die MIND-Diät hat in großen Studien die besten Ergebnisse bei der Parkinson-Prävention gezeigt.
Neptun App + Garmin hat sie mir für die Tremor-Dokumentation verordnet. Und Bewegung bleibt die wichtigste Einzelmaßnahme.
Mein persönliches Fazit
Dr. de Abos y Padilla ist keine Ärztin, die mir nach dem Mund redet. Sie weist auf Risiken hin, nennt Wissenslücken und korrigiert mich, wo nötig. Gleichzeitig begleitet sie meinen Weg mit echter Neugier und Respekt.
Doxycyclin und Fexofenadin sind zwei verschreibungsfähige, gut verträgliche Medikamente mit plausiblem neuroprotektivem Potenzial — und ich habe jetzt beides.
Die Psilocybin-5-HTP-Kombination ist ein reales Risiko, das ich ernst nehme.
Und die Bochumer Butyrat-Studie zeigt: Was ich mit dem Mikrobiom mache, ist nicht wirkungslos.
Der Verlauf bleibt mild. Ich bleibe dran.
Erstellt von Tom Parkinson unter Verwendung von Claude (Anthropic) auf Basis des Arztbriefs von Dr. G. de Abos y Padilla vom 25.05.2026.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung.