TMS!
Bericht zur laufenden repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) bei Morbus Parkinson
Name: Tom Parkinson
Datum: 08.04.2026
Ich werde hier (68165 Mannheim) behandelt, auch TPS:
www.neurostimulation-mannheim.de/tms
Behandlungsgerät und technische Parameter
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Gerät: PowerMAG BA Clinical (Mag & More, Deutschland)
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Zielregion: Bilateraler primärer motorischer Kortex (M1) – zwei Bereiche am Kopf (beidseits)
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Frequenz: 10 Hz
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Pulse pro Sitzung: 2000 Pulse
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Dauer pro Sitzung: 12 Minuten und 19 Sekunden
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Aktuelle Intensität: 50 % (bei einer motorischen Ruheschwelle von 53 %)
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Protokoll: Hochfrequente rTMS (exzitatorisch)
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Gesamt geplant: 30 Sitzungen (beschleunigtes/intensives Schema: 2× täglich an Behandlungstagen)
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Aktueller Stand: 18 von 30 Sitzungen absolviert
Behandlungszeiten
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30.03.2026 – 9:30 Uhr + 16:30 Uhr
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31.03.2026 – 9:30 Uhr + 16:30 Uhr
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02.04.2026 – 9:30 Uhr + 16:30 Uhr
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03.04.2026 – 10:30 Uhr
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07.04.2026 – 12:30 Uhr + 18:00 Uhr
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08.04.2026 – 9:30 Uhr + 17:30 Uhr
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09.04.2026 – 9:00 Uhr + 15:30 Uhr
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10.04.2026 – 9:00 Uhr + 17:00 Uhr
Geplant ist eine weitere Woche mit Fortsetzung des intensiven Schemas (morgens + abends an 5 Tagen/Woche).
Bisherige Beobachtungen des Patienten
Während der Stimulation tritt gelegentlich ein Wackeln/Zucken der Hand auf (meist während oder kurz nach den Pulszügen). Dies klingt rasch wieder ab und wird bisher als nicht stark beeinträchtigend empfunden. Keine weiteren Nebenwirkungen gemeldet.
Einordnung des Hand-Wackelns
Das gelegentliche Wackeln ist eine typische, meist harmlose Begleiterscheinung bei 10-Hz-Stimulation des primären motorischen Kortex (M1), da dieses Areal direkt die Hand- und Armmuskulatur repräsentiert. Es handelt sich um stimulationsinduzierte Muskelzuckungen (muscle jerks), die in Studien als vorübergehend und unbedenklich beschrieben werden. Schwere Nebenwirkungen wie Krampfanfälle sind bei diesem Protokoll extrem selten.
Empfehlung: Bei Bedarf Intensität (aktuell 50 % bei 53 % RMT) oder Spulenposition geringfügig anpassen.
Wissenschaftliche Einordnung
Dein Protokoll (10 Hz, bilateral M1, 2000 Pulse pro Sitzung, 2× täglich) ist ein beschleunigtes hochfrequentes rTMS-Protokoll. Solche intensiven Schemata zielen darauf ab, kortikale Plastizität schneller aufzubauen. Meta-Analysen zeigen bei hochfrequenter bilateraler M1-Stimulation moderate bis gute Effekte auf motorische Symptome (UPDRS-III), insbesondere Steifigkeit, Bewegungsverlangsamung, Gang und Freezing of Gait. Der Effekt baut sich meist kumulativ auf und kann Wochen bis Monate anhalten.
Studienlage aus Ägypten (besonders relevant)
Ägyptische Arbeitsgruppen (vor allem um Prof. Eman M. Khedr, Assiut University) haben mehrere randomisierte Studien zu hochfrequenter rTMS bei Parkinson durchgeführt – viele davon mit bilateraler M1-Stimulation und Pulszahlen ähnlich wie bei dir (2000 Pulse pro Hemisphäre).
Wichtige Studien:
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Khedr et al. (2019): 52 Patienten, 10 Tage Behandlung, 20 Hz vs. 1 Hz, je 2000 Pulse über M1 beidseits. Die hochfrequente Gruppe (20 Hz) zeigte signifikant bessere und länger anhaltende Verbesserungen der Motorik (UPDRS-III) und Alltagsfunktion als die niedrigfrequente Gruppe. Effekt hielt bis zu 3 Monate an.
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Hewedi et al. (2020): 5 Hz rTMS über M1 war bei fortgeschrittenem Parkinson mit motorischen Komplikationen wirksamer als 1 Hz.
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Weitere ägyptische Arbeiten untersuchten Effekte auf Dysphagie (Schluckstörungen), Dyskinesien und kognitive Symptome mit hochfrequenter bilateraler M1-Stimulation.
Die ägyptischen Studien bestätigen die Sicherheit und den moderaten bis guten Nutzen von hochfrequenter rTMS über M1 – besonders bei intensiven Protokollen mit mehreren Sitzungen pro Woche.
Internationale Studien zu vergleichbaren Protokollen
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10-Hz-rTMS bilateral über M1 verbessert Freezing of Gait, Ganggeschwindigkeit und emotionale Regulation (z. B. Song et al. 2024, 10 Sitzungen).
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Beschleunigte Protokolle (2× täglich) zeigen in Fallberichten und kleineren Studien gute Verträglichkeit und schnelle Aufbau-Effekte.
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Gesamtzahl von 20–30 Sitzungen (wie bei dir geplant) liegt im oberen, aber evidenzbasierten Bereich für intensivere Behandlungen.
Empfohlene weitere Vorgehensweise
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Bei 30 Sitzungen insgesamt (18 bereits absolviert) bist du auf einem guten Weg. Viele Studien zeigen, dass der stärkste Effekt oft zwischen Sitzung 15–25 eintritt.
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Sinnvoll: Zwischen-Evaluation nach ca. 20–24 Sitzungen (z. B. mit UPDRS-III, Timed-Up-and-Go-Test, Freezing-of-Gait-Questionnaire).
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Nach den 30 Sitzungen: Pause oder Übergang in eine Erhaltungsphase (z. B. 1–2 Sitzungen pro Woche), je nach Ansprechen.
