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TPS Neurolith (Transkranielle Pulsstimulation)

Was ist TPS?

TPS (Transkranielle Pulsstimulation) ist ein nicht-invasives Neuromodulationsverfahren, das fokussierte Stoßwellen gezielt in tiefe Hirnregionen sendet — ohne Operation, ohne Medikamente, ohne Narkose.

Das Gerät heißt NEUROLITH und wurde von der Schweizer Firma STORZ MEDICAL entwickelt. Es ist das weltweit erste zugelassene physikalische Therapieverfahren zur Behandlung des zentralen Nervensystems — mit CE-Zulassung für Alzheimer-Demenz. Die Off-Label-Anwendung bei Parkinson ist inzwischen weit verbreitet und wissenschaftlich gut belegt.

Pionier der TPS-Behandlung bei Parkinson ist Dr. Lohse-Busch — er war der erste Arzt, der Stoßwellen bei Parkinson-Patienten einsetzte. Seine Berichte und Langzeitdaten sind sehr lesenswert (PDFs auf dieser Seite).

Die CE-Zulassung des NEUROLITH für Parkinson gilt aufgrund der aktuellen Studienlage als in greifbarer Nähe.

Wie wirkt TPS?

Die Stoßwellen regen das Gehirn auf mechanischem Weg zur Neuroplastizität an — das Gehirn wird stimuliert, neue Verbindungen zu bilden und bestehende Nervenzellen zu reaktivieren.

Konkrete nachgewiesene Effekte:

  • Neue Blutgefäße entstehen im behandelten Hirngewebe (Angiogenese)

  • Nervenzellen und synaptische Verbindungen werden reaktiviert

  • Der Gehirnatrophie (Schrumpfen des Gehirns) wird entgegengewirkt

  • Die kortikale Dicke der Gehirnsubstanz kann wieder aufgebaut werden

  • Die Neuroplastizität steigt messbar — nachgewiesen durch EEG-Veränderungen nach der Behandlung

🆕 Neue Studien 2025 / 2026

Studie 1 — Harvard Medical School, Dezember 2025

NEU

Journal of Neurology, veröffentlicht 29. Dezember 2025


Gianlorenço A.C., Camargo L., Fregni F. et al.
Spaulding Neuromodulation Center, Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Cambridge, USA

14 Parkinson-Patienten erhielten 12 TPS-Sitzungen in 4 Wochen. Alle Ergebnisse nach 12 Sitzungen:

  • UPDRS Gesamt: Verbesserung um 9,43 Punkte (p < 0,001)

  • UPDRS Teil III (Motorik): Verbesserung um 4,93 Punkte (p < 0,001)

  • Nicht-motorische Symptome: Reduktion um 19,14 Punkte (p = 0,014)

  • Kognition (SCOPA-COG): Verbesserung um 7,28 Punkte (p < 0,001) — sehr starker Effekt

  • Lebensqualität (PDQ-39): Signifikante Verbesserung (p = 0,005)

  • Depression (BDI-II): Verbesserung um 3,43 Punkte (p = 0,008)

Besonders wichtig: Alle Verbesserungen hielten noch einen vollen Monat nach Ende der Behandlung an.

Quelle: Gianlorenço A.C. et al., J Neurol. 2026;273(1):52
→ link.springer.com

 

 

Studie 2 — Universität Triest, Januar 2026

Parkinsonism and Related Disorders, Januar 2026 (online Nov. 2025)
Manganotti P., Liccari M., Busan P. et al. — Universität Triest, Italien

TPS als Add-on-Therapie bei Parkinson — als Ergänzung zur bestehenden Behandlung. Untersucht wurden Verbesserungen bei Ruhetremor und anderen motorischen Symptomen. Die Studie bestätigt das Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil von TPS als Zusatztherapie.

Quelle: Manganotti P. et al., Parkinsonism Relat Disord. 2026 Jan;142:108128
→ doi.org/10.1016/j.parkreldis.2025.108128

 

Praxisdaten: 80% der Patienten profitieren

Eine Umfrage unter TPS-behandelnden Ärzten zeigt:

  • 6 Patienten: sehr starke Verbesserungen

  • 18 Patienten: starke Verbesserungen (davon 11 mit mittelschwerem, 5 mit schwerem Parkinson)

  • 7 Patienten: gute Verbesserungen

  • 6 Patienten: keine Veränderung

  • 2 Patienten: Krankheitsfortschritt trotz Behandlung

Fazit: Rund 80% der Patienten profitierten — ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

Quelle: → alzheimer-deutschland.de

 

Erste retrospektive Analyse — Medizinische Universität Wien, 2023

Osou S., Beisteiner R. et al., Journal of Neurology, November 2023. Protokoll: 10 TPS-Sitzungen täglich über 2 Wochen. Ergebnis: signifikante Verbesserungen des Krankheitsstatus, keine klinisch relevanten Nebenwirkungen.

Quelle: → ncbi.nlm.nih.gov

Stand der Forschung und Ausblick

Weltweit gibt es mittlerweile über 93 Behandlungszentren (Stand November 2025), die TPS einsetzen — davon viele auch für Parkinson im Off-Label-Rahmen.

Langzeitdaten existieren für Patienten, die seit über 12 Jahren regelmäßig mit TPS behandelt werden — mit weiterhin guten Ergebnissen.

Die Harvard-Studie war die erste TPS-Studie bei Parkinson in den USA und wird die weitere Verbreitung dort deutlich beschleunigen.

Eine künftige CE-Zulassung des NEUROLITH auch für Parkinson gilt aufgrund der aktuellen Datenlage als realistisch.

TPS hat das Potenzial, die Pharmaindustrie unter Druck zu setzen: Es ist eine physikalische Therapie — ohne Medikamente, ohne Nebenwirkungen — die bei vielen Patienten messbare Verbesserungen erzielt.

Meine Erfahrungen

Ich hatte 6 Erstbehandlungen vom 29. September bis 6. Oktober 2021 (Kosten ca. 3.500 Euro) und gehe seitdem zur monatlichen Auffrischung (ca. 450 Euro pro Sitzung).

Das sind ca. 18 Behandlungen im Jahr = ca. 8.000 Euro pro Jahr. Die Kosten werden großenteils von meiner privaten Krankenkasse übernommen.

Es gibt nicht bei allen Patienten gleich gute Ergebnisse — bei manchen wirkt es gar nicht. Trotzdem ist TPS für mich eine der wichtigsten Säulen meiner Behandlung.

Weiterführende Informationen

Offizielle Seite zum TPS-Verfahren (deutsch):
→ tps-neuro.com

 

STORZ MEDICAL — Hersteller des NEUROLITH-Systems:
→ storzmedical.com

 

Umfrageergebnisse Parkinson (Alzheimer Deutschland):
→ alzheimer-deutschland.de

 

Wissenschaftlicher Artikel Dr. Lohse-Busch (Langzeitergebnisse Parkinson):
→ sciencedirect.com

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